Mana steht auch dafür,
dir des Wertes deiner Zeit bewusst zu sein.  

Ich finde ja, wir Erwachsenen sollten wieder viel mehr Kinderbücher lesen. Mein neues Lieblingsbuch neben Astrid Lindgren ist jetzt Momo von Michael Ende. 

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Momo
und ihre Freunde, die ihre Phantasie und Freude am Spielen genießen, begegnen den Gestalten der grauen Herren. Diese sind gar keine Menschen, sondern existieren nur, da sie von den Menschen erschaffen wurden. Denn sie ernähren sich von der Zeit der Menschen, und wachsen daran, wenn die Menschen hasten und über die freie Bestimmung ihrer Lebenszeit verlieren. 

 Momo ist eine Meisterin des Zuhörens und wird dafür von allen geliebt.
Denn sie nimmt sich Zeit.
Momo hat genug Zeit, und möchte sich dies niemals nehmen lassen. 

 Auf Teneriffa las ich dieses Buch wieder, denn damals als Kind hatte ich es recht schnell weg gelegt - ich fand es irgendwie langweilig.
Ganz anders zu Beginn dieser Reise, traf es ziemlich gut meine Fragen...

 Sie befassen sich mit dem Anhalten der Zeit, wenn ich das nur könnte! Denn ich hatte das Gefühl, die Zeit würde mir nicht ausreichen, für die Gründe, wieso ich nach Teneriffa gegangen war. 

Wie kann ich die Zeit „verlangsamen“? Und könnte ich das überhaupt?

 Wenn wir das Gefühl haben, dass uns die Zeit durch die Finger rinnt, können wir gewiss etwas daran ändern. „Umso langsamer, umso schneller!“ sagte die Schildkröte von Meister Hora immer wieder, die Momo in schicksalhaften Momenten den Weg wies, sodass sie sicher und beschützt war.

 Mich nicht mehr hasten und schnell machen. Eine Philosophie, die mich seit geraumer Zeit begleitet. Eigentlich, spürte ich es besonders deutlich zum ersten Mal, in den Momenten als meine Mama starb.
Ich wusste ich, ich könnte den Tod nicht aufhalten. Und vermutlich würde ich nicht rechtzeitig sein.

 Und plötzlich erschien mir die ganze Rennerei komplett sinnfrei.
Nirgendwo mehr renne ich hin, versprach ich mir (Außer auf Berge - damals war Trailrunning ein großes Hobby, als im Allgäu noch meine Heimat war).

 Seitdem, entschleunigte sich mein Leben, Stück für Stück. Doch es brauchte Zeit!
Es braucht Zeit, nicht mehr zu rennen, im Alltag. Wie mit allen Gewohnheiten, ändert sich das meistens nicht von heute auf morgen. Die Einsicht aber kam schlagartig, damals. 

 Tatsächlich, auch als ich das erste Mal „Entspannung lernte“ (ich machte eine Weiterbildung, als Psychologin) und die Progressive Muskelentspannung (PMR) "üben sollte". Ich gebe gerne zu, dass ich das am Anfang richtig blöd fand - langweilig eben.

 Allerdings fasziniert mich etwas ebenso sehr, wie fremde Länder, und das sind die ganz alltäglichen Gewohnheiten. Jeder Tag, als kleines Leben, der unser großes Leben formt. Also übte ich diese PMR und stellte Überraschendes schon am zweiten oder dritten Tag fest!  

 Damals war ich sehr stark in die Unterstützung meiner Familie eingebunden. Erstens, ich war viel schneller fertig mit dem Haushalt. Zweitens, ich hatte mich gefühlt,  als hätte ich viel länger gebraucht, da ich es mit so viel Ruhe tat. Ich hatte quasi Zeit für die PMR morgens "investiert" - und sogar stattdessen Zeit dazu gewonnen. 

 Wohin mich das führt, mit dem langsam machen, kann ich dir noch nicht sagen, doch ich kann dir sagen: Ich habe nicht das Gefühl, irgendetwas zu verpassen. Stattdessen sehe ich umso mehr, wie so vieles um mich rennt. Auch wenn wir langsam machen, werden wir ankommen. 

 Denn vielleicht, sind wir ja schon längst angekommen, wenn wir ganz langsam machen. Wir stehen dann ja am Ende bei uns, wenn wir innerlich immer mehr Schritte zurücktreten, oder nicht? Wohin wollen wir denn laufen oder hetzen? 

 Natürlich können wir uns bewegen, im Einklang mit unserem Herzen. Viel mehr gibt unser Herz uns ja, wenn wir es hören, immer Impulse, wo der Weg entlang geht. Wir bleiben ja trotzdem in Bewegung. Doch nicht blind, sondern geführt. 

 Das macht ja auch Spaß am Leben, den eigenen, stimmigen Weg zu gehen. Das ist doch total schön.  Ich freue mich, ehrlich gesagt, über alles in meinem Umfeld, das nicht hetzt oder auf der Jagd, oder auf der Hut, oder auf der Flucht ist. Hier kann man sein, wie man ist.

 Die Zeit hält viele Geheimnisse für uns parat, die wir hören können. Vielleicht verrät sie uns genau das über das Leben, was ganz eng mit der Frage nach Sinn verbunden ist. Bringt es nicht großen Sinn, Zeit zu haben? Eben, aus dem Herzen heraus, wie es im Buch Momo so schön geschrieben steht. Dann habe ich doch schon, ganz viel.